[Klaus Feisel] Wer kennt sie nicht: Die Arbeiteraufstände und Maschinenzerstörungen, welche im industrialisierten Europa des 17. und 18. Jahrhunderts aufflammten. Maschinenstürmer, auch Ludditen genannt, protestierten auf diese Weise gegen die voranschreitende Technisierung und die damit einhergehende Verelendung der Bevölkerung.
Derjenige, der nun jedoch annimmt, Zeugnisse jener längst vergangenen Tage nur noch in verstaubten Geschichtsbüchern oder literarischen Werken wie Gerhart Hauptmanns Die Weber vorzufinden, hat weit gefehlt: Denn auch heute gibt es noch verschiedenste maschinenstürmerische Bewegungen. Dabei handelt es sich aber nicht mehr nur um Aufstände wütender Fabrikarbeiter, sondern vielmehr auch um einen Protest, der sich auf intellektueller Ebene abspielt. Dieser ist unter dem Namen Neo-Luddismus bekannt.
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