Kritik am metaphysischen Realismus
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[Ahmet Terkivatan] Ausgehend von der Nichtigkeit einer essentialistischen Bestimmung der Welt im Sinne eines metaphysischen Realismus besteht das Hauptziel der folgenden Arbeit in der Begründung der (sinnkritischen) „ontologischen“ These, dass es eine unabhängig von uns existierende, aber uns nichts vorschreibende Welt gibt (ontologische Unabhängigkeitsthese): Die Frage nach der Realität der Außenwelt kann, aber muss nicht ausgeklammert werden, weshalb eine Konzeptualisierung der Erkenntnistheorie in Abhängigkeit einer Ontologie unausweichlich ist. Denn wir gehen immer schon eine ontologische Verpflichtung ein, wenn wir denken, urteilen oder sprechen. Im Kantischen Sinne ist es unumgänglich, jedwedes Objekt unseres Denkens als vorgegeben anzunehmen, ohne der Auffassung zu sein, dass es ein „reines Gegebenes“ gäbe oder dieses Vorgegebene bereits Erkenntnis sei („Mythos des Gegebenen“). Selbst ein Zeichen ist immer ein Zeichen von etwas, was wir nicht selbst geschaffen haben und was uns vorgegeben ist. Da die Ablehnung der Annahme einer „externen Realität“ vielfach einer kritischen bzw. undifferenzierten Auseinandersetzung mit dem metaphysischen Realismus geschuldet ist, wird zunächst auf den metaphysischen Realismus eingegangen. Es wird zu sehen sein, dass die Ablehnung des metaphysischen Realismus nicht eo ipso eine Ablehnung einer externen Realität bedeutet und bedeuten kann.
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