[Ulrich Arnswald] Der Dialog zwischen dem Philosophen Jürgen Habermas und Kardinal Joseph Ratzinger, dem heutigen Papst Benedikt XVI., steckt in starker Übereinstimmung die Sphären von Religion und Vernunft ab. Ratzinger begrüßt die Vernunft als Korrektiv des religiösen Glaubens, Habermas wiederum die religiösen Empfindungen als bedeutsame Einsichten für die Philosophie jenseits des Vernunftprimats. Die Dialektik der Säkularisierung ist sie zugleich die Einsicht in das Scheitern und die Begrenztheit von Glaube und Vernunft im Angesicht postmoderner Gesellschaften. Wissenschaftliche Vernunft und Religion geben sich damit zufrieden, nur noch teilweise Wahrheit und Moral vertreten zu können.
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