Rezension: Allisons Grundlegung. (Oxford University Press)
[P. Richter] Allisons Kommentar stellt fest, dass Kant in seiner Moralphilosophie keine vorkritische Metaphysik betreibt. Vielmehr habe Kant auch in seiner praktischen Philosophie eine „kopernikanische Revolution” der Denkungsart vollzogen, was bisher kaum berücksichtigt wurde. Diese interpretative Vorannahme und die Einführung werkchronologisch späterer Begriffe Kants sowie moderner Terminologie ermöglichen Allison eine schlüssige Deutung vor allem des „dunklen” dritten Abschnitts der Grundlegung.
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Rezension: Roland Barthes - Über mich selbst. (Matthes & Seitz)
[M. Wolfes] Das Faszinierende an diesem Konstrukteur des Wortes war und ist, daß es ihm in immer neuen Anläufen und innerhalb vollkommen unterschiedlicher Kontexte gelungen ist, die Unaufhebbarkeit der Beziehung zwischen dem, was da ist, und dem, worüber wir als dem, was da ist, sprechen, wirklich sichtbar, erfahrbar und nachvollziehbar zu gestalten.
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Besprechung: Philosophy on Stage (24-27.11.11; Wien)
[A. Kröper] Unter der Maxime Philosophy on Stage trafen sich in Wien, bereits zum dritten Mal seit 2005, Philosophen zu einem „Philosophie und Performance Festival“, wie es in der Ankündigung hieß. An drei Tagen sollte das Problem der Korporalen Performanz im Bezug zum Körper des Wissenschaftlers im Mittelpunkt der Beiträge stehen. In einem bunten Kaleidoskop von Vorlesungen und Performances waren PhilosophInnen, MedienwissenschaftlerInnen und weitere der Einladung vom Philosophischen Institut der Universität Wien gefolgt, dem renommierten Max Reinhardt Seminar und dem Tanzquartier Wien.
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Rezension: Thomas Mathar, Der digitale Patient. Zu den Konsequenzen eines technowissenschaftlichen Gesundheitssystems. (transcript)
[P. Rogge] Ein Patient ist nicht einfach ein Patient. Im Zeitalter eines technologisch ausgerichteten Gesundheitswesens ist er ein digitalgläserner Patient. Aber so wenig jeder digital-gläserne Patient dem anderen gleicht, so unterscheiden sich auch die technologischen Gesundheitssysteme voneinander. Im Idealfall ist der Patient, jedenfalls bei Thomas Mathar, ein ‚präventives Selbst’ und das Gesundheitswesen eine Bühne, auf der alle beteiligten Akteure gleichermaßen eine Einfluss nehmende Rolle spielen.
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Der taktierende Takt.
[P. Rogge] Eine auf die Taktik hin erweiterte Takt-Lektüre bei de Certeau und Plessner.
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Klaus Peter Müller: Erlebnisintensität und Erfahrung
[K. P. Müller] Hat der Erlebnisbegriff gegenüber dem Erfahrungsbegriff in der Neuzeit an Gewicht gewonnen? Verwandelt sich die Welt gar in einen Erlebnispark des Subjekts, in der Erfahrungen gezielt für den Erlebniszweck instrumentalisiert werden? Was auffällt, ist, dass die Prozesse der Zunahme subjektiver Intensität, die Intensivierung der Erlebnisse in der Gesellschaft von einer zunehmenden Gleichgültigkeit gegenüber den Dingen begleitet wird.
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Rezension: Heinz Steinert: Max Webers unwiderlegbare Fehlkonstruktionen. (Campus)
[P. Pavelka] Heinz Steinert dekonstruiert in seiner historisierend angelegten Untersuchung Max Webers »Protestantismus-Kapitalismus-These«, wobei er sowohl Reliabilität und Validität des empirischen Ausgangsmaterials fundiert in Zweifel zieht, als auch gravierende Mängel bei der konzeptuellen Verarbeitung aufdeckt. Dabei kommt er zu dem Ergebnis, dass das, „[w]as Weber tatsächlich untersuchte, sich nicht zu einem Forschungsprogramm zusammen(schließt)[.] [E]s lässt sich nicht auf eine einheitliche Fragestellung beziehen, und es stimmt nicht mit den angekündigten Thesen überein.“
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Modelle der Gewalt - Hans Blumenbergs 'Legitimität der Neuzeit' und Meister Eckharts Herr-Knecht-Parabel
[C. S. Dorchain] Über Herrschaftsformen und ihre Legitimität ist bereits im Europa des Hochmittelalters stark diskutiert worden. Der Theologe Meister Eckhart (1260-1326) hat die Parabel eines Zweikampfs entwickelt zwischen Herr und Knecht mitsamt metaphysischer, philosophischer und gesellschaftspolitischer Deutungen. Das Motiv potentieller Identität zwischen Herrscher und Beherrschtem verweist machtvoll in die Gegenwart und eröffnet Diskussionen über die Verhältnisse von Herrschaft, Affekt und Legitimität.
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Rezension: Inga Römer – Das Zeitdenken bei Husserl, Heidegger und Ricœur. (Springer)
[B. Marosan] Eines der wohl fundamentalsten Probleme der Philosophie ist die Frage nach der Zeit. Inga Römer versucht in ihrem Buch Fundamente jenes existentiellen, philosophischen Problems durch die Schulen einer Phänomenologie der Zeit hindurch zu entwickeln.
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Rezension: Giogrio Agamben - Signatura rerum. Zur Methode. (Suhrkamp)
[M. Sorace] Giorgio Agamben beginnt sein Buch mit dem italienischen Untertitel „Sul metodo“ sogleich mit dem Hinweis, dass das methodologische „Prinzip“ seiner Philosophie – anders als man erwarten könnte – auch in diesem Buch nicht diskutiert werden soll. Das Prinzip – wie hier nur in Anspielung auf Walter Benjamin angedeutet wird – ist die „Kunst, ohne Anführungszeichen zu zitieren“, also das Aufzeigen von Zusammenhängen durch Montage. Diese Kunst, welche Agamben aber in einer besonderen Weise betreibt, hat bei ihm einiges – das nun sagt er ausdrücklich – mit der „wissensarchäologischen Methode“ Michel Foucaults zu tun.
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Sic et Non. Ausgabe #12. 2010.
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